Historische Karten

16. bis 19. Jahrhundert

Die ersten, nach technisch-wissenschaftlichen Methoden aufgenommenen topografischen Kartenwerke für das Gebiet von Rheinland-Pfalz wurden um 1800 erstellt. Sie wurden lange geheim gehalten, da sie zunächst ausschließlich militärischen Zwecken dienten. Erst seit etwa 1879 sind sie für die Öffentlichkeit freigegeben.

Auch in den Jahrhunderten zuvor sind topografische Landesaufnahmen in verschiedenen Maßstäben und unterschiedlichen Zweckbestimmungen für das rheinland-pfälzische Gebiet entstanden. Diese Karten sind ebenfalls wichtige Informationsquellen, denn sie vermitteln einen Einblick in die Geschichte unseres Landes.

Informationen zu Bestellmöglichkeiten finden Sie unter https://lvermgeo.rlp.de/de/geodaten-geoshop/shops/produktbestellungen/.

Historische Karten können Sie als Plot bestellen (Preis pro Plott 5,35 EUR incl. 7% Ust), einige dieser Karten können Sie in www.maps.rlp.de direkt einsehen und über den www.geoshop.rlp.de die Seite Opendata auch kostenfrei herunterladen! 
 

Historische Karten des 16. bis 18. Jahrhunderts

Ausschnitt aus der Landesaufnahme der Ämter Zweibrücken und Kirkel (1564)
Landesaufnahme der Ämter Zweibrücken und Kirkel (1564)

Im Jahre 1589 verstarb der Geometer und Kartograf Tilemann Stoltz, genannt Stella.

Aus Anlass seines 400sten Todesjahres veröffentlichte unser Landesamt im Jahre 1989 eine Faksimilierung seiner im Jahre 1564 durchgeführten „Landesaufnahme der Ämter Zweibrücken und
Kirkel des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken“.

Das mehrfarbige, im Original handgezeichnete  Kartenwerk besteht aus 16 Einzelkarten im ungefähren Maßstab 1 : 25 000 und einer Übersichtskarte im ungefähren Maßstab 1 : 100 000.

Wahlweise werden die Kartenblätter und ein 96-seitiges Textheft über das Leben und Werk Stellas sowohl gesammelt in einer Mappe als auch einzeln abgegeben.

Ausschnitt aus der Karte Theatrum Belli Rhenani (1702 - 1713)
Theatrum Belli Rhenani (1702 - 1713)

Dieses nach Westen orientierte „Rheinische Kriegstheater“ wurde von dem in kaiserlichen Diensten stehenden Militärkartografen Cyriakus Blödner gefertigt und zeigt das Kriegsgebiet am Rhein zwischen Bodensee und Koblenz zur Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges 1702 - 1713.

Auf den Blättern Nr. 11, 15, 16 und 20 wird in einem ausführlichen Textteil der Kriegsverlauf des Feldzuges während des Jahres 1713 geschildert. Die Nummern im Text verweisen auf die in der Karte dargestellten Stellungen und Bewegungen der kaiserlich-deutschen und französischen Truppenteile.

Die im Kriegsarchiv in Wien aufbewahrte, auf Pergament mehrfarbig gezeichnete Karte im Maßstab von ca. 1 : 110 000 weist eine Gesamtgröße von ca. 170 cm x 300 cm auf und ist in 20 Einzelblätter zerschnitten.

Lieferbar sind die Einzelblätter Nr. 3, 4, 5 und 9 (von insgesamt 20).

Ausschnitt aus dem Plan der Stadt Coblentz (1765)
Plan der Stadt Coblentz (1765)

Der „Plan der Stadt Coblentz, Explication von der Festung Ehrenbreitstein und Dahl, fecit Görg Joseph Raab anno 1765“ ist im Original eine auf Papier in Wasserfarben lavierte und in Tusche ausgeführte Zeichnung.

Das Original wird im Mittelrhein-Museum Koblenz aufbewahrt.

Die um ein Drittel verkleinerte Reproduktion dieser Karte im Format 60 cm x 41 cm ist als mehrfarbiger Druck lieferbar und wird in Verbindung mit einem Beiheft abgegeben.

In diesem Beiheft werden die im Kartenbild enthaltenen Kartuschen mit einer Auflistung der dargestellten Gebäude und Anlagen erläutert.

Ausschnitt aus der Schmitt'schen Karte von Südwestdeutschland (1797)
Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland (1797)

Die Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland umfasst auf 198 Blättern die Gebiete von Salzburg, Bayern, einen Teil der Pfalz, Württemberg, Baden und Hessen-Nassau.

Das Kartenwerk wurde unter der Leitung des österreichischen Generalmajors Heinrich von Schmitt geschaffen, der damals dem kaiserlich und königlichen Generalquartiermeisterstab vorstand.

Dieses ausschließlich militärischen Zwecken dienende Kartenwerk ist gegen den anrückenden Gegner nach Westen ausgerichtet.

Die Originale und mehrfarbigen Reproduktionen im ungefähren Format von 65 x 45 cm haben einen Maßstab von ca. 1 : 57 600.

Obwohl bei der Kartenaufnahme bereits grafische Triangulationen und eine Messtischaufnahme durchgeführt wurden, handelt es sich wegen des fehlenden übergeordneten trigonometrischen Netzes bei der Schmittschen Karte um keine wissenschaftlich exakte topografische Landesaufnahme.

Lieferbar sind 16 Voll- bzw. Halbblätter.

Historische Karten des 19. Jahrhunderts

Ausschnitt aus der Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803 - 1820)
Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803 - 1820)

Die von Napoleon angeordnete Kartenaufnahme der damals zu Frankreich gehörenden westlichen Rheinlande erfolgte im Maßstab 1 : 20 000 nach technisch-wissenschaftlichen Grundsätzen auf der Grundlage astronomisch-trigonometrisch bestimmter Punkte, die auf weithin sichtbaren Geländeerhebungen lagen.

Im Jahre 1801 wurde mit den Arbeiten an der „Carte topografique des Départements réunis de la Rive gauche du Rhin“ begonnen. Unter der Leitung des französischen Oberst Tranchot wurde die Kartenaufnahme links des Rheins bis 1814 durchgeführt.

Die französische Kartenaufnahme konnte bedingt durch die Befreiungskriege nicht vollständig abgeschlossen werden. Nach Abschluss des zweiten Pariser Friedensvertrags im November 1815 wurden die Tranchot-Karten dem Aufnahme- und Zeichenbüro beim preußischen Generalkommando übergeben, das 1816 in Koblenz auf dem Ehrenbreitstein eingerichtet wurde.

Dieses Büro war für die Vermessung der neuen preußischen Gebiete am Rhein zuständig. Chef des Generalstabs war Generalmajor von Müffling. Die vorhandenen französischen Karten wurden vervollständigt und für die bisher nicht aufgenommenen neuen preußischen Gebiete gleichartige Karten nach französischem Muster hergestellt.

Bei der Reproduktion wurden die handkolorierten Kartenoriginale auf den Maßstab 1 : 25 000 verkleinert. Gebiete des Landes Rheinland-Pfalz werden auf 132 Kartenblättern dargestellt und als mehrfarbige Drucke und in 3 Sonderblattschnitten als Zusammendruck aus mehreren Originalblättern herausgegeben.

Ausschnitt aus der Französische Karte der Rheinlande 1:100 000 (1816 - 1840)
Französische Karte der Rheinlande 1:100 000 (1816 - 1840)

Das Kartenwerk mit dem Originaltitel „Carte topografique des Pays Compris entre la France, les Pays-Bas et le Rhin 1 : 100 000“ entstand durch Reduktion der Kartenaufnahme von Tranchot und von weiteren französischen und bayerischen Aufnahmen der Pfalz.

Jedes der insgesamt 15 Kartenblätter im Format 50 cm x 80 cm enthält 40 Aufnahmeblätter des Maßstabes 1 : 20 000. Die Karten wurden in Kupfer gestochen und einfarbig gedruckt. Die 1. Auflage erschien 1840, die letzte fortgeführte 4. Auflage 1870/71. Die Kartenblätter 5 bis 15 sind als einfarbige Kopien lieferbar.

Ausschnitt aus der Preußischen Generalstabskarte 1:86 400 (1816 - 1847)
Preußische Generalstabskarte 1:86 400 (1816 - 1847), halbe Gradabteilung

Das 85 Blätter umfassende Kartenwerk des Preußischen Generalstabs entstand in Anlehnung an die Kartenwerke der Nachbarstaaten in dem älteren französischen Maßstab 1 : 86 400. Grundlage für die Reproduktion bildeten die Tranchot/von Müfflingschen Kartenaufnahmen der Rheinlande und Ergänzungsmessungen in den angrenzenden Gebieten.

Geografische Gitterlinien in einem Abstand von einem halben Längengrad und einem viertel Breitengrad begrenzen die ca. 41 cm x 32 cm großen Karten. Sie entsprechen 3 x 2,5 Blättern der heutigen DTK25.

Daraus abgeleitet ist die Zusatzbezeichnung „halbe Gradabteilung“, da jeweils 4 Blätter (Sektionen) eine halbe Gradabteilung von 1° x 30‘ bilden. Die Vervielfältigung der Karten erfolgte einfarbig durch Steindruck. Sie wurden wegen der ausschließlich militärischen Zweckbestimmung nicht veröffentlicht.

Ein handgeschriebenes „Statistisches Tableau...“ von 1837 informiert über Größe und Einwohnerzahl, landwirtschaftliche Erträge, Handel und Industrie. Es ist als einfarbiger Druck (81 cm x 54 cm) lieferbar.

Ausschnitt aus der Karte der Umgebungen von Coblenz (1830)
Karte der Umgebungen von Coblenz (1830)

Bei der von Johann Becker im Jahre 1830 entworfenen und gezeichneten „Karte der Umgebungen v. Coblenz“ handelt es sich um eine einfarbige Karte im Maßstab 1 : 86 400. Um das ovale Kartenbild herum sind Zeichnungen von vierzig kunsthistorisch bedeutsamen Baudenkmälern abgebildet.

Der Ausschnitt wird begrenzt vom Laacher See und der Andernacher Pforte im Westen, der Rheinschleife  bei Boppard im Süden und der höchsten Erhebung, der Montabaurer Höhe, im Osten.

Die originalgetreue Reproduktion dieser Karte wird nur in Verbindung mit einer 48-seitigen Broschüre, die Erläuterungen zum Kartenbild und Baudenkmälern enthält, abgegeben.

Ausschnitt aus der Preußischen Kartenaufnahme 1:25 000 (1843 - 1878)
Preußische Kartenaufnahme 1:25 000 (1843 - 1878) - Uraufnahme

In den Jahren 1843 - 1878 wurden die preußischen und nassauischen Provinzen durch die topografische Abteilung des preußischen Generalstabs erstmals vollständig im Maßstab 1 : 25 000 aufgenommen. Die handgezeichneten mehrfarbigen Ori­ginale befinden sich heute in der deutschen Staatsbibliothek in Berlin und dienten als Grundlage für die Generalstabskarte 1 : 80 000. Sie waren nicht für eine Veröffentlichung vorgesehen. Die Geländeformen wurden anfänglich durch Schraffen, ab etwa 1846 durch äquidistante Horizontallinien (in Preußen ohne, in Hessen-Nassau mit Höhenangaben) dargestellt.

Aus Vereinfachungsgründen werden die Reproduktionen im Format 59 cm x 58 cm mit den heutigen Blattnummern und -namen der DTK25 bezeichnet.

Die Kampagne der Uraufnahme hat zum damaligen Zeitpunkt in technischer wie auch organisatorischer Hinsicht im wahrsten Sinne des Wortes Maßstäbe gesetzt. Sie stand unter der Leitung von Karl von Müffling (1775-1851), der sich in der preußischen Landesvermessung große Verdienste bei der Schaffung eines einheitliches Kartenwerkes erworben hat. Seine militärische Karriere wurde 1821 mit der Ernennung zum Generalstabschef gekrönt. Karl von Müffling wurde in Erfurt beigesetzt. Im Brühler Garten erinnert ein Grabmal mit Büste an den Wegbereiter der modernen Kartografie.

Ausschnitt aus der Topographischne Karte der Provinz Westfalen und der Rheinprovinz 1:80 000 (1841-1855)
Topographische Karte der Provinz Westfalen und der Rheinprovinz 1:80 000 (1841-1855)

Als Nachfolgekarte für die Preußische Generalstabskarte 1 : 86 000 entstand die Topografische Karte 1 : 80 000 für die Provinz Westfalen und die Rheinprovinz duch Verkleinerung aus den in den Jahren 1836 bis 1842 in Westfalen und 1843 bis 1850 im Rheinland durchgeführten Messtischaufnahmen im Maßstab 1 : 25 000 (Urmesstischblätter). Bei der topografischen Aufnahme wurde auch das Gebiet des zum Großherzogtum Oldenburg gehörenden Fürstentums Birkenfeld mitbearbeitet.

Der Geografische Blattschnitt von 30‘ x 15‘ der Preußischen Generalstabskarte 1 : 86 400 wurde beibehalten, so dass die einzelnen Kartenblätter wegen des größeren Maßstabs ein Kartenbildformat von ca. 45 cm x 35 cm aufweisen.

Wegen der höheren Genauigkeit der Aufnahmen wurden die als Litografien verfielfältigten Karten erstmal auch für zivile Zwecke herausgegeben.

Ausschnitt aus der Karte Originalpositionsblätter 1:25 000 der topographischen Aufnahme der pfälzischen Gebiete des ehem. Königreiches Bayern (1836-1841)
Originalpositionsblätter 1:25 000 der topographischen Aufnahme der pfälzischen Gebiete des ehem. Königreiches Bayern (1836-1841)

Die 89 Originalpositionsblätter der pfälzischen Gebiete des ehemaligen Königreichs Bayern wurden durch Offiziere des königlich-bayerischen Generalstabs in den Jahren 1836 bis 1841 aufgenommen. Sie dienten zur Herstellung des Topografischen Atlasses von Bayern im Maßstab 1 : 50 000 und waren nicht zur Veröffentlichung bestimmt.

Grundlage für die topografischen Aufnahmen bildeten Verkleinerungen in den Maßstab 1 : 25 000 von jeweils 4 x 4 Katasterkarten im Maßstab 1 : 5 000, die zu einem sogenannten Positionsblatt im Format 37,4 cm x 37,4 cm zusammengefügt wurden. Die Kartenblätter sind im Format 51 cm x 54 cm reproduziert.

Für den Karteninhalt wurden unterschiedliche Farben verwendet. Die Grundriss- und Geländedarstellung erfolgte in schwarz. Die Höhenzahlen sind in rot eingetragen.

Ausschnitt aus der Kataster-Uraufnahmeblätter der Pfalz (1820-1848)
Kataster-Uraufnahmeblätter der Pfalz (1820-1848)

Die Kataster-Uraufnahmeblätter der Pfalz entstanden in den Jahren 1820 bis 1848 und dienten der Ermittlung genauer Daten für eine einheitliche und gerechte Besteuerung des Grund und Bodens. Die Detailaufnahme erfolgte grafisch im Maßstab 1 : 5 000 bzw. 1 : 25 000 mit Hilfe von Messtisch und Kippregel und erfasste u.a. die in der Natur vermarkten Knickpunkte der Grundstücksgrenzen und alle Gebäude. Die in der Mitte der Grundstücke stehenden Zahlen stellen die Besitznummern der Eigentümer dar und nicht die heute üblichen Flurstücksnummern.

Die mehrfarbigen, handgezeichneten Originale bilden jeweils eine Fläche von 8 000 x 8 000 bayerischen Fuß (2,3 km x 2,3 km) im Maßstab 1 : 5 000 ab. Die Originalblätter haben eine Größe von 46,5 cm x 46,5 cm.

Ausschnitt aus der Karte von dem Grossherzogthume Hessen (um 1855)
Karte von dem Grossherzogthume Hessen (um 1855)

Die „Karte von dem Grossherzogthume Hessen“ wurde von der Lithografischen Anstalt Maximilian Frommann in Darmstadt im Maßstab 1: 280 943 herausgegeben. Leider fehlt das konkrete Datum des Erscheinens, aber an zwei Stellen ist in Bleistift das vermutliche Jahr der Herausgabe „um 1852“ und „um 1855“ vermerkt.

Durch die Darstellung der historischen Situation auf der Karte selbst lässt sich diese Zeitangabe auch bestätigen. So wird zum Beispiel die innere staatliche Organisation des Großherzogtums mit den drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen angegeben. Die Steuercommissariate als Vorläufer der Katasterämter wurden 1824 eingerichtet, die Neuaufteilung der Landkreise erfolgte 1832/1835.

Des Weiteren sind in der Karte die 1850 in Betrieb genommenen Bahnlinien eingetragen. Auch muss die Karte vor 1866 entstanden sein, denn es ist die Herrschaft Meisenheim als Bestandteil des Großherzogtums angegeben. Meisenheim kam 1811 nämlich als Teil der Landgrafschaft Hessen-Homburg zum Großherzogtum, musste jedoch 1866 wieder an Preußen abgegeben werden. Im preußisch-österreichischen Krieg 1866 hatte sich das Großherzogtum Hessen den unterlegenen Österreichern angeschlossen und musste aus diesem Grund Gebietsabtretungen hinnehmen. Darunter fielen auch die noch dargestellten Waldgebiete bei Korbach sowie die Gebiete um Biedenkopf. Lediglich der Bereich Wimpfen bei Heilbronn, der 1903 zum Großherzogtum Hessen kam, blieb bis 1952 bei Hessen. Seit dem 1. Mai 1952 gehört Bad Wimpfen zum Land Baden-Württemberg.